Giorgos Anemogiannis

Giorgos Anemogiannis  ist am 16. Dezember in Iraklion Kreta geboren. Er galt als eine große Gestalt des Theaters, als Vorkämpfer des  Bühnenbildes  und arbeitete zusammen mit den größten Namen des griechischen Theaters. Sein Vater, reicher Händler und Grundbesitzer in Iraklion, bestimmte ihn zum Handel. Doch Giorgos Anemogiannis sehnlichster Wunsch war die Malerei. Schon in seinen Schuljahren erkannte man seine  Begabung. Sehr früh beschäftigte er sich mit dem Zeichnen und die Gestaltung von Theaterbühnen. Nach der Schule fuhr er 1937 nach Wien um zu studieren. Statt Handel oder Chemie zu lernen, so wie sein Vater es mit ihm vorhatte, besuchte er gleichzeitig einen Kurs für Bühnenbild in der Theaterschule Max Reinhardt und den entsprechenden Kurs in der Technischen Hochschule in Wien.

Er kam 1939 mit zwei Diplomen nach Griechenland zurück. Sofort danach organisierte er in Athen eine Bühnenbildausstellung (Bühnenbild war damals im Land unbekannt). Marika Kotopouli erkannte sofort sein Talent und mobilisierte ihn für die Schaffung von Bühnenbildern im Theater Rex. Zum ersten Mal unterschreibt er 1940 mit seinem Namen Bühnenbilder für die Aufführung von Karolos Koun im Theater Lyrikon.    Zum ersten Mal wird in Griechenland Bühnenbild mit Bühnenwechsel bei  offenem Vorhang und einer sich drehenden Bühne gezeigt. Seit dem arbeitet er zusammen mit Marika Kotopouli 15 Jahre lang.

Seit 1950 zeichnet er für die Theaterrevue. Seine Arbeit  beeindruckte so sehr, dass man ihn als ein Genie bezeichnete. Nach Sofia Vebo arbeitet er ständig zusammen mit Vasilis Bournellis im Akropoltheater und schenkte der Revue neue Dimensionen. Während seiner  60- jährigen Laufbahn fürs Bühnenbild des Griechischen Theaters arbeitete er  zusammen mit Karolos Koun, Marika Kotopouli, Alexis Solomos, Takis Mouzenidis, Renato Mordo, Dimitris Myrat, Manos Katrakis, Anna Synodinou, Elsa Vergi, Melina Merkouri, Elli Labetti, den Kalouta Schwestern, Vasilis Bournellis, Speratza Vrana, Alekos Alexandrakis, Nikos Kourkoulos u.a in allen Arten.: Komödie, Prosa, Revue, Boulevard, Drama sowie Oper, außer Altgriechische Tragödie. „Wenn ich an meine 500 Vorführungen zurückdenke, entsteht der Gedanke, dass ich mein Leben für eine sehr schöne Angelegenheit verschwendet habe", sagt er selbst in einem Interview.

1999 kursiert in seinen Kreisen und nur als persönliches Geschenk ein Buch (es wurde nicht im Handel verkauft) mit dem Titel Der Lauf in die Farbe und den Traum aus dem Verlag Papanikolaou. Eine kunterbunte Anthologie, in der die glücklichen Leser von den Zeichnungen und den Bühnenbildern aus seinen 500 Vorführungen begeistert werden.

Eins seiner größten Werke ist das Museum Kazantzakis.

Er hatte die Vision und schuf dieses einzigartige Museum, gewidmet an den Literaten und Denker Nikos Kazantzakis. Er arbeitete bis zu seinem Lebensende unermüdlich, mit der moralischen und materiellen Unterstützung von Eleni, Nikos Kazantzakis zweiter Ehefrau, für die Sammlung von Manuskripten, Auflagen und Erbstücken, die für das Material des Museums stehen. Als erfahrener Museumskenner, ohne die entsprechende Ausbildung zu haben, organisierte und ordnete er eine enorme Masse an Material, die heute die Gesamtheit der Museumsausstellungsgegenstände ausmachen. Mit seinem einzigen und erfahrenen Blick, die Art wie er die Ausstellungsgegenstände organisierte, schenkte er, dem Besucher ein vollständiges Bild über den Literaten, Menschen, Reisenden, Denker, Politiker und Theatermenschen Nikos Kazantzakis. Er war ein überzeugter Unterstützer der Internationalen Gesellschaft der Freunde Nikos Kazantzakis.

Giorgos Anemogiannis starb am 19. Oktober 2005 in Athen. Seine Beerdigung, eine öffentliche Zeremonie der erzbischöflichen Kirche von Agios Minas in Iraklion, während sein  Leichnam zu den Klängen einer Musikkapelle durch die Strassen gefahren wurde, ein Zeichen höchster Ehrung von der Stadt Iraklion.

Mit seinem Testament übergab er sein wertvolles Archiv an die Einrichtung des „Museums Nikos Kazantzakis", welches seinen Namen des Veranstaltungsraumes gewidmet hat um ihn zu ehren, während die Gemeinde „Nikos Kazantzakis" den hübschen kleinen Platz des Museums „Giorgos Anemogiannis" benannte.
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