Das Stück bezieht sich auf die letzten Stunden in Julians Leben, während des Feldzuges gegen die Perser (363 n. Ch.). Während die Perser vorangehen, um Julians Truppen einzukreisen, planen die Christen seine Ermordung.
Führer der Verschwörung sind der Bischof, Julians ehemaliger Lehrer und jetzt sein fanatischer Gegner, die Königin Elena, Ehefrau des Kaisers, Marina, zwar seine „Vertraute", aber nicht seine Geliebte, da Julian eine Art weltlicher Asket ist, und der junge Stefanos. Der Bischof beauftragt Marina, den Kaiser zu verführen und ihn zu ermorden; sie aber ist in ihn verliebt und schiebt es ständig auf.
Julian scheint zwischen dem altgriechischen Geist und der christlichen Moral gespalten zu sein; obwohl er die Christen verspottet und ihre heiligen Ikonen zerstört, sieht er Christus als Vision, verhält sich gegenüber seinen Rivalen mit Nachsicht und spricht über Liebe und Güte. All das spornen Marinas innerliche Auseinandersetzung an, die sich erhofft, dass der Kaiser sich für das Christentum umstimmen lässt.
Während sich die negativen Omen häufen, erfährt Julian durch Marina von der Verschwörung und beschließt sich zu rächen; er ruft die Königin und nach ihrer Liebesnacht verspielt er sie mit der Wache im Würfelspiel und verliert sie. Sie nimmt sich das Leben. Die Generäle beanchrichtigen ihn von der persischen Bedrohung und schlagen den Rückzug der Truppen mit den Schiffen vor. Julian lehnt ab, er befielt, die Schiffe niederbrennen zu lassen und kehrt ins Schalchtfeld zurück.
Stefanos ersticht ihn von hinten und der Bischof drängt Marina es zum Ende zu bringen; nach dem sie lange unschlüssig war, teilt sich die junge Frau zusammen mit dem verletzten Kaiser einen Becher mit vergiftetem Wein.
1931 in einem Schreiben an Prevelakis aus Gottesgab gesteht Kazantzakis, dass Julians Gestalt ihn von früher bewegte, und dass er ein großes Werk mit dem Titel O Paravatis (Der Apostat) plante. Die Tragödie wird 1939, unter Bombeneinschlägen militärischer Flugzeuge, im Haus von Shakespeares Tocher in Stratford on Avon in England geschrieben. Ein Abschnitt wurde in der Zeitung I Kathimerini (Die Tägliche) am 8.4.1940 veröffentlicht. 1948 übersetzte Kazantzakis das Werk ins Französische.
- N. Kazantzakis, Ioulianos o Paravatis, Athen: Hrsg. Pinguinos 1945-gewidmet an den Arzt N. Sparounis
- N. Kazantzakis, Theatro B´. Tragodies me byzandina themata. Christos, Ioulianos o Paravatis, Nikiforos Phokas, Konstantinos Palaiologos, Redaktion E. H. Kasdagli, Athen: Difros 1956
- N. Kazantzakis, Theatro B´. Tragodies me byzandina themata. Christos, Ioulianos o Paravatis, Nikiforos Phokas, Konstantinos Palaiologos, Athen: Hrsg. Eleni Kazantzaki 1964-wo auch neuere Auflagen: die Auflage von 1998, Redaktion Patroklos Stavrou, ist ein Nachdruck von der Auflage von 1956
- Apo to piitiko ergo tou N. Kazantzaki, Vorwort Manolis Karrelis, Einleitung-Literarische Sammlung Stylianos Alexiou, Illustration N. Hatzikyriakos-Gikas, Heraklion Kreta: Stadtgemeinde Heraklion 1977-gesammelte Abschnitte
Ausländische Herausgaben-Übersetzungen
- Nikos Kazantzakis, Teatro. I. Odiseo, Juliano, Niceforo, Kapodistria, Übersetzung ins Spanische - Einleitung-Notizen M. Castillo Didier, Vorwort von Fotios Malleros K., Santiago (Chile): Universidad de Chile, Facultad de Filosofía y Letras, Centro de Estudios Bizantinos y Neohelénicos 1978
- Julien l'Apostat, Schauspielertruppe Georges Garmier, beim Wettbewerb der neuen Truppen (Concours des Jeunes Compagnies), Paris, 1948. Übersetzung: N. Kazan [= Ν. Kazantzakis], Regie: Georges Garmier. Darsteller: Catherine Cordier, Michel Piccoli, Jacques Marin. Kazantzakis war bei den Proben anwesend, blieb aber nicht bis zur Aufführug, bei der Eleni Kazantzaki anwesend war.
- Ethniko Theatro (Nationaltheater), 1959. Regie Kostis Michalidis. Darsteller: Stelios Vokowitsch, Nelly Angelidou, Gely Mavropoulou, Nikos Paraskevas.
- Julien l'Apostat , Übertragung aus dem französischen Rundfunk (Radiodiffusion - Television Française), 1963 oder 1964.
- Julian der Apostat, Übertragung im 3. griechischen Programm von ERT, 1989








